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Bullinger Digital

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Über Bullinger Digital

Heinrich Bullinger (1504-1575) war ein Mitarbeiter und Nachfolger von Huldrich Zwingli und ein wichtiger Multiplikator für die Ideen der Reformation in der Schweiz und in Europa. Von seiner umfangreichen Korrespondenz sind 12'000 Briefe erhalten; davon hat Bullinger rund 10'000 Briefe empfangen und etwa 2'000 selbst geschrieben. Die meisten Originale werden im Staatsarchiv Zürich und in der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrt. 80% der Briefe sind in lateinischer Sprache, die meisten anderen in Frühneuhochdeutsch. Basis für das Projekt Bullinger Digital waren die vom Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte (IRG) erarbeiteten Daten. Diese umfassen die Metadaten zum gesamten Briefwechsel, 3'100 bereits edierte Briefe sowie provisorische Transkriptionen zu weiteren 5'400 Briefen. 

Projektziele Bullinger Digital (2021–2023)

In der ersten Projektphase bestand das Ziel darin, den gesamten Briefwechsel online verfügbar zu machen. Dazu wurden in einem ersten Schritt die auf Karteikarten vorhandenen Metadaten digitalisiert und mithilfe der interessierten Öffentlichkeit (Citizen Science-Kampagne) in eine Datenbank überführt. In einem zweiten Schritt haben wir die Datenbank um die vorhandenen Brieftexte, die wissenschaftlichen Kommentare aus der HBBW-Edition und die eigens für das Projekt erstellten Digitalisate der Briefe ergänzt. Zudem haben wir auf der Basis der Scan-alignierten Transkriptionen Systeme zur Handschrifterkennung (HTR) trainiert, um die restlichen 3'500 Briefe effizient in elektronischen Text umzuwandeln. Auch haben wir ein System zur maschinellen Übersetzung erstellt, das die in mittelalterlichem Latein geschriebenen Briefe in modernes Deutsch übersetzt, sowie ein Modell zur Normalisierung der in Frühneuhochdeutsch geschriebenen Briefe entwickelt. Diemaschinellen Übersetzungen der Brieftexte sind auf GitHub verfügbar. Schliesslich haben wir in einem eigens entwickelten Online-Suchsystem die Ergebnisse dieser Arbeiten der Forschungsgemeinschaft und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Projektziele Bullinger Digital 2.0 (2024–2025)

Im Folgeprojekt Bullinger Digital 2.0 haben wir die Daten aus der ersten Projektphase in ein TEI XML-Korpus überführt, das eigens entwickelte Online-Suchsystem durch den TEI-Publisher abgelöst und die Benutzeroberläche um eine englische Version ergänzt. Die Transition zum TEI-Publisher garantiert die langfristige Verfügbarkeit des Online-Systems, das nach Projektende vom Staatsarchiv des Kantons Zürich weitergepflegt wird, die Zweisprachigkeit des Online-Suchsystems wird dem internationalen Interesse am Bullingerbriefwechsel gerecht.

Ausserdem haben wir das Korpus mit automatischer Verschlagwortung angereichert, die automatische Eigennamenerkennung (NER) weiter verbessert und in der Mithelfen-Kampagne (Citizen Science-Kampagne) kontrollieren/korrigieren lassen. Auch die Vernetzung des Briefwechsels mit anderen Wissensressourcen und Editionsprojekten haben wir ausgebaut. Schliesslich haben wir alle Regesten und manuell transkribierten Brieftexte mit LLMs auf Englisch übersetzt und auf GitHub abgelegt. Auf GitHub finden Sie auch dieDokumentationen zu Modellen und Tools. 

Technische Tools 

  • Datenbank / Suchsystem (Bullinger Digital): SQLite, Python, Cantaloupe IIIF-Server, Elasticsearch, React (NextJS)
  • Datenbank / Suchsystem (2. Projektphase): TEI-Publisher
  • Automatische Handschriftenerkennung: HTR-Flor, Transkribus, TrOCR
  • Maschinelle Übersetzung (Bullinger Digital): Sockeye, Classical Language Toolkit
  • Maschinelle Übersetzung (2. Projektphase): GPT4o
  • Selbst entwickelte Programme zur Sprachidentifikation (Latein vs. Frühneuhochdeutsch) und Erkennung von Code-Switching
  • Selbst entwickelte App für die Zuweisung der Scans
  • CMS für die manuelle Korrektur von Metadaten: Directus
  • "Mithelfen"-Tool (Eigenentwicklung) für die Citzen Science-Kampagne zur Eigennamenerkennung und -verlinkung: NextJS und PostgreSQL; Quellcode auf GitHub
  • XML-Editor Oxygen
  • GitHub für Versionskontrolle und Download
  • Trello für Projektmanagement 

Projektdauer

Bullinger Digital: Januar 2021 – Mai 2023
Bullinger Digital 2.0: Januar 2024 – Juni 2025

Weitere Projekte zum Bullinger Briefwechsel

Publikationen und Referate

Forschungsbeiträge

2025

2024

2023

  • Scheurer, Patricia; Müller, Raphael; Schroffenegger, Bernard; Ströbel, Phillip; Suter, Benjamin; Volk, Martin (2023): Ein Briefwechsel-Korpus des 16. Jahrhunderts in Frühneuhochdeutsch. In: Neue Entwicklungen in der Korpuslandschaft der Germanistik. Beiträge zur IDS-Methodenmesse 2022, S. 33-42.
  • Scius-Bertrand, Anna; Stroebel, Phillip; Volk, Martin; Hodel, Tobias, Fischer, Andreas (2023): The Bullinger Dataset: A Writer Adaptation Challenge. In: Proc. 17th Int. Conf. on Document Analysis and Recognition (ICDAR 2023).
  • Ströbel, Phillip; Boente, Walter; Hodel, Tobias; Volk, Martin (2023):  The Adaptability of a Transformer-Based OCR Model for Historical Documents. In: Coustaty, M., Fornés, A. (eds) Document Analysis and Recognition – ICDAR 2023 Workshops. ICDAR 2023. Lecture Notes in Computer Science, vol 14193. Springer, Cham.
  • Ströbel, Phillip; Hodel, Tobias; Fischer, Andreas; Scius, Anna; Wolf, Beat; Janka, Anna; Widmer, Jonas; Scheurer, Patricia; Volk, Martin (2023):  Bullingers Briefwechsel zugänglich machen: Stand der Handschriftenerkennung. In: Trilcke, Peer; Busch, Anna; Helling, Patrick (eds.) Open Humanities Open Culture. 9. Tagung des Verbands "Digital Humanities im deutschsprachigen Raum" (DHd 2023).
  • Ströbel, Phillip; Scheurer, Patricia; Volk, Martin (2023): Lessons Learnt from Bullinger Digital. In: Open Up Digital Editions Conference 2024, Zurich, 24 Januar 2024 - 26 Januar 2024. Center Digital Editions & Edition Analytics (University Library Zurich) and Research and Infrastructure Support RISE (University of Basel), 75-76.
  • Volk, Martin; Fischer, Lukas; Scheurer, Patricia; Schwitter, Raphael; Ströbel, Phillip (2023): Code-Switching: Profiling and Classifying the Language Mix in a Large Corpus of 16th Century Letters. Für: Proceedings of the Days of Computational Approaches to Ancient Greek and Latin. 

2022

Referate / Messen

2025

2024

2023

  • 7.2.2023: Referat Bullinger Digital - Texterkennung in einem reformatorischen Briefwechselkorpus von Phillip Ströbel am Workshop CAIDAS: Data Analytics for Digital Humanities: Projects, Methods, Insights - Universität Würzburg.
  • 13.3.2023: Gastvortrag zu Bullinger Digital am Moore Theological College in Sydney.
  • 15.3.2023: Referat Nunc profana tractemus. Detecting Code-Switching in a Large Corpus of 16th Century Letters von Lukas Fischer am Workshop Days of Computational Approaches to Ancient Greek and Latin.
  • 16.3.2023: Referat Bullingers Briefwechsel zugänglich machen: Stand der Handschriftenerkennung von Phillip Ströbel an der Konferenz DHd 2023.
  • 13.4.2023: Referat Non quidem per omnia redditum - Reformatorischer Anspruch und translatorische Praxis in der Publizistik Heinrich Bullingers (1504-1575) von Raphael Schwitter an der Tagung The Wrong Direction - Frühneuzeitliche Übersetzungen ins Lateinische.
  • 15.5.2023: Präsentation des Projekts Bullinger Digital von Patricia Scheurer anlässlich der Generalversammlung der Baugarten Stiftung.
  • 2.-3.9.2023: Vertretung am Scientifica-Stand Historische Quellen Digital: Neue Zugänge zu altem Wissen.
  • 15.11.2023: Vortrag Visualizing History von Martin Volk anlässlich der Vorlesungsreihe Thinking (About) Machines an der UZH.

2022

  • 9.2.2022: Referat Künstliche Intelligenz für Digitale Editionen von Martin Volk am Workshop Möglichkeiten computergestützter Auswertung von historischen Korrespondenzen.
  • 16.3.2022: Breakout Room zu Ein Briefwechsel-Korpus des 16. Jahrhunderts in Frühneuhochdeutsch von Patricia Scheurer an der Methodenmesse Korpora in der germanistischen Sprachwissenschaft – mündlich, schriftlich, multimedial anlässlich der 58. Jahrestagung des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache.
  • 8.6.2022: Breakout Room zu Bullinger Digital von Martin Volk an der Trilateral UZH – HUJI – FUB Online Science Fair on Digital Humanities.
  • 29.6. bis 1.7.2022: Messestand zu Bullinger Digital an der «Swiss Landscape of Digital History» in Genf.
  • 18.10.2022: Referat Bullinger Digital – From Scans, TUSTEP, PDFs, HTMLs and Text Files to TEI and an Online Search System von Phillip Ströbel an der Konferenz Digital Publishing for the Humanities: New Technologies and Ideas.
  • 20.10.2022: Referat Bullinger Digital: the Transformation and Extension of an Analogue Edition into the Digital Age von Phillip Ströbel am DARIAH-CH Study Day.
  • 25.10.2022: Präsentation des Bullinger Digital-Projektes von Martin Volk anlässlich einer Veranstaltung der UZH Foundation für die Zürcher Zünfte.

2021

  • 3.11.2021: Öffentliche Vorstellung des Projektes Bullinger Digital in der Zentralbibliothek Zürich.

Veranstaltungen

  • 3.11.2021: Öffentliche Vorstellung des Projektes Bullinger Digital in der Zentralbibliothek Zürich.

Berichterstattung / Medienbeiträge

Berichterstattung / Medienbeiträge

Team Bullinger Digital 2.0

Projektverantwortliche

Projekt-Team @UZH

Studentische Mitarbeitende

  • Dominic Fischer
  • Jana-Maria Humbel

In Zusammenarbeit mit  

  • Prof. Dr. Tobias Jammerthal (Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte)
  • David Mache (Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte)
  • Dr. Paul A. Neuendorf (Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte)
  • Staatsarchiv des Kantons Zürich, Christian Sieber
  • UZH Foundation, Laura Furlanetto
  • Zentralbibliothek Zürich, Dr. Stefan Wiederkehr

Team Bullinger Digital

Projektverantwortung

Projekt-Team @UZH

Studentische Mitarbeitende @ UZH

  • Eyal Dolev
  • Angela Heldstab
  • Anna Mogillo
  • Antonia Popp
  • Ismail Prada
  • Benjamin Suter
  • Elainne Marie Vibal

Kooperationspartner

Herzlichen Dank an alle Freiwilligen:

  • Bürgerkomitee
  • Beteiligte an der Citizen Science-Kampagne
  • Peter Rechsteiner

Finanzierung Bullinger Digital 2.0

Unterstützt durch Zuwendungen an die UZH Foundation von:

Finanzierung Bullinger Digital

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Videos zur Ausstellung "Museum of the Future – 17 digitale Experimente" im Museum für Gestaltung.